„EvilGrandma“ erzählt die Geschichte von Mona, 65, aus Norwegen, die sich zunehmend gegen die Erwartungen ihrer Familie und der Gesellschaft auflehnt: mit Witz, Trotz und einer Prise Anarchie. Als sie erfährt, dass sie Großmutter wird, bricht sie nicht vor Freude in Tränen aus. Sie bekommt eine heftige Panikattacke. Als Evilgrandma65 lässt sie ihrem Frust auf Instagram freien Lauf. Mit ungeahnten Folgen …

„Evil Grandma“, 2025, Deutsche Erstausgabe veröffentlicht im Rowohlt Verlag Hamburg. Erhältlich in allen Buchhandlungen in den Formaten EBook, gebundenes Buch und Hörbuch. Ebenso erhältlich im Online-Handel z.B. bei Amazon .
Inhalt:
Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, bricht sie nicht vor Freude in Tränen aus. Sie bekommt eine heftige Panikattacke. Mona ist fünfundsechzig und seit Jahren geschieden. Kurz vor der Rente liegt ein ganz neues Kapitel ihres Lebens vor ihr, und sie hat keine Lust, die letzten schönen Jahre mit der aufopferungsvollen Betreuung eines Enkelkinds zu verbringen, wie es ihr Sohn Thomas und seine Freundin Alma zweifellos erwarten. Als die werdenden Eltern wegen eines Wasserschadens für ein paar Wochen in Monas kleiner Wohnung unterkommen, beginnt die Situation zu eskalieren. Mona kocht und räumt für alle auf, während Thomas und Alma nur vor ihren Handys hocken. Schlimmer noch: Schwiegertochter Alma macht sich auf Instagram auf wenig subtile Art und Weise über Mona als „böse“ Schwiegermutter lustig. Zu viel für Mona! Sie freut sich auf ein entspanntes Wochenende mit ihrer Freundin Annemor auf dem Land, doch es kommt anders. Nicht nur, dass Annemors Tochter die freundschaftliche Zweisamkeit sprengt. Auch die Freundin verhält sich Mona gegenüber zunehmend abwehrend. Wie stets in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen bemüht sich Mona um Freundlichkeit, Verständnis und Geduld, doch innerlich brodelt es in ihr. Beim vorzeitigen Ende ihres Aufenthaltes verfügt sie über einen eigenen Instagram-Account: Evilgrandma65. Hier macht sich Mona inkognito Luft über alles, was sie schon seit langen nervt, einschließlich ihres Lebens als baldige Großmutter. Die Followerzahlen halten sich in Grenzen – bis es zur ganz großen Katastrophe zwischen den Generationen und überhaupt kommt. …
Zitat:
„Warum soll sie Bilder von einem Gesicht verbreiten, das ihr nicht mehr gefällt? Und dieses Gesicht soll sie ins Internet stellen, um einen Mann anzulocken?
Aber so schlimm kann es doch auch wieder nicht sein?, denkt Mona verbittert. Alle werden doch irgendwann alt. In ihrem Alter sieht niemand mehr taufrisch aus, auch nicht die Männer. Erst recht nicht die Männer.“
(Mona, 65, vor ihrem ersten Selfie für Instagram)
Themen und Figuren:
- Mona (EvilGrandma):
Sie ist keine typische Großmutter. Mona ist 65 und freut sich darauf, im Ruhestand endlich „frei“ zu sein. Die Ankündigung, dass sie bald Großmutter wird, bedeutet für Mona einen Schock. Ihre Entwicklung steht im Zentrum des Romans: Vom „funktionierenden“ Familienmitglied, das nicht weiter auffällt oder gar stört, hin zu einer Frau, die für ihre eigenen Wünsche und Ansichten einsteht. - Familie und Generationenkonflikte:
Sohn Thomas und Schwiegertochter Alma spiegeln verschiedene Erwartungen an das Alter und an familiäre Rollen. Aus Sicht der Kinder haben Eltern vor allem „zu funktionieren“. Monas Bereitschaft, sich anzupassen, wird als selbstverständlich angenommen. - Gesellschaftliche Erwartungenr:
Line Baugstø hinterfragt mit feinem Humor und kritischer Distanz die Klischees, die mit älteren Frauen – insbesondere Großmüttern – verbunden sind. Monas „Bösartigkeit“ ist dabei kein Charakterzug, sondern vielmehr eine Form von Selbstbehauptung und Befreiung. - Selbstfindung im Alter:
Der Roman zeigt, dass Identität und Lebensfreude keine Frage des Alters sind und dass neue Wege und Abenteuer auch mit 65 beginnen können.
Schreibstil und Lesespass
Line Baugstø schreibt mit leiser Ironie und einem klaren, präzisen Stil. Die Sprache ist unaufgeregt, aber pointiert. Dialoge und Innenperspektiven wirken authentisch. Besonders gelungen ist die Balance zwischen Humor und Ernst. Monas „böse“ Momente sind oft komisch, aber nie bloßstellend. Die Erzählweise bleibt nah an der Hauptfigur, wodurch deren innere Entwicklung und Zwiespalt sehr nachvollziehbar werden.
Mein persönliches Fazit
Ich habe den Roman „EvilGrandma“ mit wachsender Begeisterung und einem Dauergrinsen im Gesicht gelesen. Als Mutter erwachsener Kinder und Großmutter hat mir Mona mehr als einmal aus der tiefsten Seele gesprochen. Herrlich authentisch beschreibt die Autorin die komischen und tragischen Momente im Leben einer Mutter, deren Kinder zwar älter, aber nicht unbedingt erwachsener werden.
Empfehlung:
Für alle, die lebenskluge, originelle Romane mit Tiefgang und einer Prise Rebellion lieben. Auch Frauen jenseits der 60 haben ein Recht auf Selbstverwirklichung und eigene Ansichten.
Hier kannst du das Buch bestellen:
Erhältlich in allen Buchhandlungen in den Formaten EBook, gebundenes Buch und Hörbuch. Ebenso erhältlich im Online-Handel z.B. bei Amazon .
Frage an die Leserinnen und Leser:
Kennt ihr weitere Romane aus Skandinavien, die das Älterwerden und weibliche Selbstbestimmung so klug und unterhaltsam behandeln? Teilt eure Empfehlungen gern in den Kommentaren!

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