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Mord im Schneesturm – „Die Einladung“ von Kelly Mullen

Was passiert, wenn acht Menschen zu einer Feier eingeladen werden, die keiner von ihnen freiwillig besuchen würde und jeder von ihnen ein gefährliches Geheimnis hütet?

Die Einladung

„Die Einladung“ von Kelly Mullen, rororo Verlag, 2025; erhältlich als EBook, Hörbuch und Taschenbuch, in allen Buchhandlungen sowie im Onlinehandel z.B. bei Amazon

In „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ von Kelly Mullen wird eine exklusive Party zum tödlichen Kammerspiel. Während draußen ein Schneesturm tobt, sind die Gäste in einem Herrenhaus eingeschlossen. Als die Gastgeberin Jane ermordet aufgefunden wird, ist schnell klar: Der Täter muss sich unter ihnen befinden.

Inhaltsangabe

Rosemary McLane hat sich ihr Leben eigentlich gemütlich eingerichtet. Sie löst Kreuzworträtsel, meidet unnötige Aufregung und möchte weder Eile noch große gesellschaftliche Ereignisse in ihrem Alltag haben. Doch dann erhält sie eine Einladung von ihrer reichen Nachbarin Jane. Die beigefügte Nachricht lässt Rosemary keine Wahl: Wenn sie nicht erscheint, soll ihr dunkelstes Geheimnis öffentlich gemacht werden. Als draußen ein Schneesturm aufzieht, ertönt ein Schrei. Die Gastgeberin Jane ist tot. Die Türen des Herrenhauses werden zum Gefängnis, und der Mörder befindet sich mitten unter den Gästen.

Rosemary und Addie erkennen schnell, dass hinter der Einladung ein größerer Plan steckt. Nicht Jane scheint die eigentliche Strippenzieherin zu sein, und jeder Gast könnte ein Motiv haben. Um den Mord aufzuklären und einen weiteren zu verhindern, müssen die beiden herausfinden, warum sie alle tatsächlich eingeladen wurden.

Die Hauptfiguren

Rosemary McLane

Mit 76 Jahren ist Rosemary eine ungewöhnliche Ermittlerin. Sie entspricht keineswegs dem Bild einer älteren Frau, die sich aus allem heraushält. Zwar schätzt sie Ruhe und geordnete Tage, doch als sie unter Druck gerät, zeigt sich ihre bemerkenswerte Beobachtungsgabe.

Rosemary ist keine professionelle Detektivin. Ihre Stärke liegt vielmehr in ihrer Lebenserfahrung, ihrer Menschenkenntnis und ihrer Fähigkeit, genau hinzusehen. Dass sie selbst ein Geheimnis verbirgt, macht sie zusätzlich interessant: Sie ermittelt nicht aus sicherer Entfernung, sondern ist persönlich in die Ereignisse verwickelt.

Addie

Addie ist Rosemarys Enkelin und bildet einen spannenden Kontrast zu ihrer Großmutter. Sie ist krisenerprobt, nervenstark und offenbar daran gewöhnt, auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Gemeinsam ergänzen sich die beiden hervorragend. Rosemary bringt Lebenserfahrung und Gespür für menschliche Eigenheiten ein, während Addie mit Energie und Entschlossenheit handelt. Ihre Beziehung verleiht dem Krimi außerdem eine persönliche und generationsübergreifende Dimension.

Zentrale Themen

Geheimnisse und Schuld

Alle Gäste haben etwas zu verbergen. Dadurch wird die Frage nach Schuld und Verantwortung immer komplizierter. Nicht jeder, der ein Geheimnis hütet, ist automatisch ein Mörder, aber jeder könnte einen Grund haben, Jane loswerden zu wollen.

Vertrauen und Misstrauen

In einem abgeschlossenen Herrenhaus wird Vertrauen zu einem kostbaren Gut. Rosemary und Addie müssen entscheiden, wem sie glauben können und wer versucht, sie zu manipulieren. Die besondere Spannung entsteht dadurch, dass selbst scheinbar harmlose Aussagen eine zweite Bedeutung haben können.

Generationenübergreifende Ermittlungen

Rosemary und Addie zeigen, wie gut sich unterschiedliche Generationen ergänzen können. Die ältere Frau wird nicht zur Randfigur, sondern übernimmt eine aktive Rolle. Sie ist klug, aufmerksam und entscheidend an der Aufklärung beteiligt.

Eingeschlossensein als Spannungselement

Der Schneesturm sorgt dafür, dass niemand das Herrenhaus verlassen kann. Die abgeschlossene Umgebung verstärkt das Misstrauen und erinnert an klassische Kriminalromane, in denen eine begrenzte Gruppe von Verdächtigen im Mittelpunkt steht. Die winterliche Atmosphäre, das verschneite Anwesen und die geheimnisvolle Einladung schaffen eine reizvolle Mischung aus Behaglichkeit und Bedrohung.

Genre-Einordnung

„Die Einladung“ lässt sich mehreren Genres zuordnen:

  • Cosy Crime
  • klassischer Whodunit
  • Kriminalroman mit Kammerspielcharakter
  • psychologischer Spannungsroman
  • humorvoller Gesellschaftskrimi
  • generationsübergreifender Krimi

Der Roman verbindet die klassische Frage „Wer ist der Täter?“ mit einer modernen, unterhaltsamen Erzählweise. Der Vergleich mit Agatha Christie und „Only Murders in the Building“ deutet bereits auf eine Mischung aus Rätselspannung, skurrilen Figuren und schwarzem beziehungsweise feinem Humor hin.

Schreibstil und Lesbarkeit

Kelly Mullen erzählt die Geschichte zugänglich, spannend und atmosphärisch. Der überschaubare Schauplatz und die begrenzte Zahl der Verdächtigen machen es leicht, selbst mitzurätseln.

Die Handlung lebt von:

  • kurzen Spannungsmomenten,
  • überraschenden Enthüllungen,
  • verdächtigen Figuren,
  • geheimnisvollen Motiven,
  • pointierten Dialogen.

Lesbarkeit: leicht bis mittelschwer
Schreibstil: unterhaltsam, spannend, atmosphärisch und humorvoll

Wer klassische Rätselkrimis mag, dürfte Freude daran haben, die Hinweise zu sammeln und die Aussagen der Gäste zu hinterfragen. Gleichzeitig sorgen Rosemary und Addie dafür, dass die Geschichte nicht zu schwer oder düster wirkt.

Persönliche Einschätzung

Die Ausgangsidee von „Die Einladung“ gefällt mir ausgesprochen gut: Eine Gruppe von Menschen wird durch ihre Geheimnisse an einen Ort gelockt, und ausgerechnet die 76-jährige Rosemary muss sich einer Situation stellen, der sie eigentlich entkommen wollte.

Besonders reizvoll ist die Kombination aus klassischem eingeschlossenem Setting und einer modernen Ermittlerinnenkonstellation. Rosemary ist keine makellose Superdetektivin, sondern eine ältere Frau mit eigener Vergangenheit, persönlichen Ängsten und einem ausgeprägten Sinn für Beobachtung. Gerade das macht sie glaubwürdig und sympathisch.

Auch die Zusammenarbeit mit ihrer Enkelin Addie verspricht unterhaltsame Dynamik. Die beiden Frauen gehen unterschiedlich an die Ermittlungen heran, müssen einander aber vertrauen, wenn sie den Täter entlarven wollen.

Die Geschichte eignet sich für gemütliche Lesestunden, in denen man sich gern auf ein Rätsel einlässt, Verdächtigungen anstellt und sich von neuen Wendungen überraschen lässt. Der Schneesturm und das Herrenhaus sorgen dabei für die passende winterliche Atmosphäre.

Fazit und Empfehlung

„Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ von Kelly Mullen ist ein atmosphärischer Cosy Crime mit einer ungewöhnlichen Heldin und einem spannenden Rätsel.

Der Roman ist besonders empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die:

  • klassische Whodunits lieben,
  • gern miträtseln,
  • verschneite und abgeschlossene Schauplätze mögen,
  • humorvolle Krimis schätzen,
  • starke ältere Frauenfiguren entdecken möchten,
  • generationsübergreifende Ermittlerteams interessant finden.

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